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Frauensprache - Männersprache

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2. Entwicklung der Hypothesen zur Frauensprache

2.1. Defizithypothese
Der Gedanke, daß es eine spezifisch weibliche Sprache geben könnte, geht nicht auf die Frauenbewegung zurück, sondern wurde nur von ihr aufgegriffen. Seine Ursprünge liegen in den Reiseberichten aus den letzten Jahrhunderten und in der anthropologisch-ethnologischen Forschung.
Zwei Vertreter der älteren Beschreibung von „Frauensprache“ waren Mauthner und Jespersen. Während Mauthner sich mit dem Gesprächsverhalten von Frauen auseinandersetzt (1921), beschäftigte sich Jespersen mit Wortschatz und Syntax (1922). Mauthner sieht die Unterschiede im Sprechen zwischen Mann und Frau in sozialen Belangen wie Bildung und Stand begründet. Für ihn sind Frauen nicht in der Lage Männersprache zu erlernen. Jespersen geht in seinen Hypothesen davon aus, daß Frauen z.B. unvollständige Sätze bilden da sie auch ihre Gedanken unvollständig ausführen. Männer sprechen danach häufiger in einem Satzgefüge von Haupt- und Nebensatz (Unterordnung), Frauen jedoch in Satz- verbindungen (Beiordnung/Nebenordnung von Sätzen).Weiterhin stellt er fest, das Frauen redegewandter als Männer sind, weil ihr Wortschatz geringer ist. Sowohl Mauther als auch Jespersen gehen davon aus, daß Frauensprache keine eigenständige Sprache ist, sondern eine minderwertige Abwandlung der Männersprache.
Damit sind beide eindeutige Vertreter der Defizithypothese.


2.2. Differenzhypothese
Die Differenzhypothese geht von der Andersartigkeit der weiblichen Sprache aus, ohne dieses „anders sein“ negativ zu bewerten. Außerdem wird festgestellt, daß die Frauensprache angemessen sei und als Variante der Männersprache nicht weiterentwickelt werden muß. Frauen sollten im Gegensatz dazu ihre eigene Sprache entwickeln. Es wird strikt abgelehnt einen Vorteil darin zu sehen Männersprache zu imitieren. Als Ursache der verschiedenen Sprachen wird der kulturelle Unterschied zwischen der Männerwelt und der Frauenwelt gesehen.


2.3. Code-switching-Hypothese
Hier wird weder von einem Mangel noch von der einfachen Andersartigkeit der weiblichen Sprechweise ausgegangen. Diese Hypothese behauptet, daß Frauen je nach Situation von einer in die andere Sprache wechseln. Das heißt von der Frauensprache in die Männersprache oder umgekehrt, immer entsprechend den sozialen Erwartungen die an ihr Sprechverhalten gestellt werden. Die beiden Sprachen werden völlig wertungsfrei beurteilt. Frauensprache wird nur dann negativ bewertet, wenn sie nicht situationsangemessen verwendet wurde.


3. Geschlechtspezifisches Sprachverhalten>

3.1. Wie sprechen Frauen ?
Die Sprache der Frauen ist eine sehr persönliche Sprache, die die Bindung, die menschliche Nähe und die Akzeptanz des Gesprächspartners bzw. der Gesprächspartnerin sucht. Frauen lassen im Verlauf des Gesprächs oft persönliche Erlebnisse oder Erfahrungen einfließen, um so die Fremdheit und die Distanz zum Gesprächspartner bzw. zur Gesprächspartnerin zu überwinden. Opermann/Weber sagen in diesem Zusammenhang „ Sie (die Frauen; d. Verf.) lassen andere an der eigenen persönlichen Welt teilhaben und signalisieren damit: Vertrau mir, öffne dich mir, mach dich auch transparent “ (Vgl.2), S.84. Die Feministische Linguistik hat u.a. die im folgenden aufgeführten Charakteristika herausgearbeitet.
  
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