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Frauensprache - Männersprache

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Sprecher/Sprecherin



Was ich von mir mitteile Worüber ich dich (Selbstmitteilungsebene ) informiere ( Sachebene )

Wie ich dich und unsere Wozu ich dich
Beziehung sehe veranlassen will
( Beziehungsebene ) ( Appellebene )

( Skizze 1)
Es gibt vier verschiedene Ebenen einer Aussage (siehe Skizze 1). Aber nicht nur die Sprecherin oder der Sprecher hat vier Möglichkeiten etwas zu meinen. Auch die Empfängerin bzw. der Empfänger hat psychologisch gesehen vier Ohren mit denen er hören kann. ( siehe Skizze 2 )


Empfänger / Empfängerin
( Selbstoffenbarungsohr ) ( Sachohr )





( Beziehungsohr ) ( Appellohr )

(Skizze 2)

Nun kann sich jeder lebhaft vorstellen, wie schnell es Verständigungs-
probleme geben kann, wenn der Sender und der Empfänger das Gespräch nicht auf den gleichen Ebenen führen. Deshalb ist ein genaues Zuhören, gegebenenfalls mit reflektierenden, die Aussage noch einmal kurz zusammen-fassenden Rückfragen, sehr wichtig und trägt entscheidend zur problemlosen Kommunikation bei.

6.2. Sprachwelten
Wieso versteht sie mich immer falsch?
Warum merkt er nicht, was ich meine?
Wie oft haben sie diese Formulierungen schon gehört oder selbst getroffen?
Ich schon sehr oft! Eine interessante Frage ist nun, wenn man von der Existenz zweier verschiedener Sprachwelten ausgeht, wieso verschiedene Sprachwelten entstehen. Der Ursprung beider Sprachwelten liegt meiner Meinung nach zu einem Teil in der Erziehung der „kleinen“ Sprecherinnen und Sprecher und zum anderen Teil in der gesellschaftlichen Erwartungshaltung an Frauen und Männer. Und genau hier hätten gerade Frauen, als die Haupterziehenden in vielen Familien, es in der Hand die von ihnen bei ihren Ehemännern oft kritisierten Gefühls- und Sprachwelten bei ihren Söhnen zu ändern. Das würde auch mithelfen, eine frauengerechtere Welt inklusive einer frauengerechteren Sprache zu schaffen. Aber leider fallen fast alle Mütter und Väter in die seit Jahrhunderten geprägten Erziehungsmuster zurück. So werden Jungen auf Stärke, Durchsetzungsvermögen, Gewinnen u.ä. erzogen. Gefühlsausbrüche oder zu sensibles Verhalten wird im allgemeinen nicht akzeptiert. Wenn z.B. eine Mutter zu ihrem Sohn sagt: „Jungen weinen doch nicht, die andern denken ja noch du bist ein Mädchen!“.
Mädchen hingegen werden belohnt wenn sie lieb, nett und um Harmonie bemüht sind, aber nicht dafür, sich gegen andere durchzusetzen um zu „gewinnen“.
Genau an dieser Stelle, also in der frühsten Kindheit entwickeln sich die Sprachwelten von Frauen und Männern in verschiedene Richtungen. Es ist also für Mädchen wichtig Harmonie herzustellen und auf die Gefühle anderer zu achten. Bei Jungs liegt das Hauptaugenmerk auf dem „sich durchsetzen“ und als Gewinner aus Auseinandersetzungen hervorzugehen. Dazu zählen natürlich auch sprachliche Auseinandersetzungen.
“Hier entstehen Wertigkeiten. Je wertvoller mir etwas ist, desto mehr setzte ich mich damit auseinander. Je mehr ich mich mit einer Sache - ob bewußt oder unbewußt – auseinandersetzte, desto ausführlicher und differenzierter versuche ich sie zu beschreiben und Begriffe dafür zu finden.“( Vgl. 2 ) S.21
Die sprachlichen Prioritäten von Frauen werden daher mehr in der Beziehungs- ebene und der Selbstoffenbarungsebene gesetzt. Sie haben z.B. ein viel umfangreicheres Vokabular als Männer, wenn es um das Beschreiben von Gefühlen geht. Männer hingegen benutzen doch vorwiegend die Sachebene und, wenn die Hierarchie zwischen den Gesprächspartnern geklärt ist, die Appellebene. Frauen äußern ihre Bedürfnisse oft sehr indirekt. Spricht eine Frau jetzt mit einer anderen Frau, die aus der gleichen Sprachwelt kommt, gibt es kaum Probleme. Eine andere Frau hört ja mit einem gespitzten Beziehungsohr zu. Ist der Gesprächspartner aber nun ein Mann, der das Beziehungsohr sehr vernachlässigt und mehr Wert auf die Sachebene der Nachricht legt, ist das Verständigungs- problem vorprogrammiert. Die rationale Antwort, die dann auf der Sachebene gegeben wird, trifft auf das Beziehungsohr der Frau, und wird dort als gefühllos oder desinteressiert abgestempelt.
Ein weiterer Unterschied in den Sprachwelten zwischen Frauen und Männern, der oft in beruflichen Beziehungen zu Verstädigungsproblemen führt, ist der unterschiedliche Gesprächsaufbau. Während Frauen zu Beginn des Gespräches gern erst ein paar persönliche Wort wechseln, um einen harmonischen Gesprächsverlauf zu erreichen, empfinden Männer das oft als unnötig oder als schwatzhaft weil es in ihren Augen nicht zur Problemlösung beiträgt. Männer sind vorrangig nur an der Lösung des Problems interessiert.
Diese Unterschiede werden, wenn überhaupt, nicht von heute auf morgen abgeschafft. Ich denke, allein die Sensibilisierung breiter Bevölkerungs- schichten auf die jeweils andere Sprachwelt trägt schon zu deren besseren Verständnis bei.

  
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